… zur „Spanischen Weinhalle“ und zum „Hotel Garni Ratskeller“; Münsterplatz 4 und Kaufhausgasse
1907 Villinger Volksblatt vom 20.03.1907 :
Der Besitzer der „Tonhalle“, Willibald Riegger, zur Torbrauerei, erstellt auf dem Münsterplatz ein Unternehmen „Ratskeller“, welches zur Gewerbeausstellung eröffnet werden soll. Es wird einen großen Saal für Festlichkeiten erhalten.
Villinger Volksblatt vom 09.11.1907 : Der „Ratskeller“, erbaut von Brauereibesitzer Willibald Riegger, wird heute eröffnet. Derselbe hat einen Zugang durch das Rathausgässle. Zum neuerbauten „Ratskeller“ gibt es Ansichtskarten
Am 09.11.1907 eröffnet Eduard Habich das moderne und neuerbaute Restaurant „Zum Ratskeller“. Er bietet original Münchner Biere (Kochelbräu), garantiert reine Weine sowie eine vorzügliche Küche. Inserat im „Villinger Volksblatt“ vom 08.11.1907
1908 Gastwirt Ernst Pfisterer aus Schwenningen beantragt im März 1908 die Konzession zum Betrieb des „Ratskeller“.
Laut eines Inserats im „Villinger Volksblatt“ vom 02.04.1908 übernimmt Ernst Pfisterer das Restaurant „ Ratskeller“. Er bietet den Gästen das Villinger Bier der „Tor-Brauerei“, Original Münchner Kochelbräu sowie badische und württembergische Weine.
1909 Am 15.04.1909 findet die Wiedereröffnung des Restaurants „Zum Ratskeller“ durch Marie Singer statt. Geboten werden gute Speisen und Getränke, zum Ausschank kommen die Biere von Villingens „Torbräu“ hell und Münchner Kochelbräu dunkel. Gesellschaftsabend ist jeweils Mittwoch. Inserat im Villinger Volksblatt vom 16.04.1909
1911 In einem Inserat vom 11.05.1911 im Villinger Volksblatt teilt Eigentümer Willibald Riegger der Bevölkerung mit, dass die Tor-Brauerei von der Fürstenberg-Brauerei in Donaueschingen übernommen wurde und künftig in seinen Lokalen das ff. helle u. das dunkle Lagerbier aus der Fürstenberg-Brauerei im Ausschank ist.
Genannt wird in diesem Zusammenhang auch der Pächter Mack zum „ Ratskeller“; Villinger Volksblatt vom 04.09.1911
Am 04.09.1911 hat Weinhändler Bonaventura Sarrat um den pachtweisen Betrieb der Schankwirtschaft mit Branntweinausschank zum „Ratskeller“ nachgesucht.
Laut seines Inserats im Villinger Volksblatt vom 22.09.1911 eröffnet Bonaventura Sarrat im bisherigen Ratskeller die „Spanische Weinhalle“.
Zum Ausschank kommen künftig spanische Rot- und Weißweine aus dessen eigenen Weinbergen in Spanien, Markgräfler und Kaiserstühler Weine, helles und dunkles Exportbier der Fürstenberg-Brauerei. Inserat im Villinger Volksblatt vom 22.09.1911
Neben dem Betrieb der Spanischen Weinhalle im Ratskeller betreibt B. Sarrat seit April 1909 in der Niederen Straße Nr. 90 noch ein Fachgeschäft für Weine, Liköre, Spirituosen und Südfrüchte. Ferner betreibt er eine Filiale in Schwenningen im Gasthaus „Germania“, sowie eine Weinhandlung in Lörrach. Inserat im Villinger Volksblatt vom 02.12.1911
1912 Inserat im Villinger Volksblatt vom 13.12.1912
1916 Ende Dezember 1916 schließt B. Sarrat das Filialgeschäft in der Niederen Straße 90.
1917 Inserat im Villinger Volksblatt vom 03.03.1917 :
1918 Der bisherige Eigentümer Willibald Riegger, inzwischen Betriebsleiter bei der Löwenbrauerei in Schorndorf, bietet in einem Inserat im Villinger Volksblatt vom 04.06.1918 die Wirtschaft zum Ratskeller zum Kauf an.
1919 Im Oktober 1919 beantragt Miguel Vives die Konzession zum Betrieb des Ratskellers.
1921 Die Wirtschaft Großer Storchen, Obere Str. 5, wird mit dem Ratskeller zusammengelegt. Eigentümer Willibald Riegger verkauft das gesamte Anwesen, also bisheriger Großer Storchen und Ratskeller an Martin Vives, der es wiederum an seinen Bruder Miguel verpachtet. Inserat im VV vom 26.02.1921
1922 Inserat im VV vom 01.07.1922
1927 Dem am 02. November 1927 erschienenen Inserat im VV zufolge, wurde das Café Ratskeller völlig neu renoviert und modernst eingerichtet. Nach Neuanschaffung eines „hochherrschaftlichen, geschlossenen und beheizbaren Autos“, einem Sieben-Sitzer, stellt Miguel Vives dieses bei billigster Berechnung zu Nah- und Fernfahrten zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung!
Anlässlich der Neu-Eröffnung findet ein Antritts-Konzert des Künstler-Quartetts Meta Riese mit einem großen Opernabend sowie anschließend ein Schlagerabend statt. Auch künftig finden wieder täglich ab 4 Uhr ein Künstler-Konzert sowie ein Kaffee-Kränzchen und ferner sonntagvormittags ein Frühschoppenkonzert statt. Inserat vom 02.11.1927 im VV.
VV vom 05.04.1928 : Am 05.04.1928 übergibt M. Vives sein Wein-und Südfrüchtegeschäft an Herrn Hirt und dessen Frau.
1932 Miguel Vives beendet Mitte November die Bewirtung. Von seinem Bruder übernimmt Martin Vives das Lokal und bewirtschaftet es ab 26.11.1932 VV vom 25.11.1932
1933 Nachdem Martin Vives am 17.11.1932 die vorläufige Erlaubnis zum Betrieb des Ratskellers erhielt, erhält er nun am 30.03.1933 den endgültigen Bescheid.
1934 Am 14.05.1934 hat Martin Vives den Wirtschaftsbetrieb eingestellt.
Am 15.05.1934 hat Josef Tonolini den Ratskeller pachtweise von Martin Vives übernommen nachdem J. Tonolini die Erlaubnis zur Konzession am 23.04.1934 beantragt hat. Inserat im VV vom 16.05.1934
1935 In einem Inserat im VV vom 08.06.1935 kündigt Josef Tonolini, Hoteldirektor, die Wiedereröffnung nach vollständiger Renovierung am Pfingstsonntag mit einem Frühschoppenkonzert an. Laut eines Inserats im Schwarzwälder Tagblatt vom 24.12.1938 eröffnet Joseph Tonolini am 25.12.1938 das Café Ratskeller in der Oberen Straße, welches er neu erbaut und neu eingerichtet hat. Das Café in der Oberen Straße bietet ca. 80 – 100 Gästen auf zwei Etagen Platz. In den oberen Stockwerken sind ferner Fremdenzimmer geplant.
1939 Am 14.07.1939 erhält Josef Tonolini die Genehmigung zum Bau einer Konditorei-Backstube.
Am 04.08.1939 erhält Josef Tonolini die Erlaubnis zum Betrieb der Gastwirtschaft und mit gleichem Datum auch die Erlaubnis zum Einbau für die geplanten Fremdenzimmer.
1945 Im unteren Stockwerk befindet sich das eigentliche Lokal, zu betreten durch den Eingang Obere Straße und dem Eingang vom Münsterplatz her. Im oberen Stockwerk (1. Etage) befindet sich ein Tanzsaal, der jedoch zu dieser Zeit nur für französische Offiziere geöffnet ist.
1948 Ende November 1948 eröffnet Josef Tonolini das Hotel und Wirtschaftslokal Ratskeller wieder nach dem Krieg.
1951 stirbt Josef Tonolini am 9.05.1951. J.B. Blessing ist zum Testamentsvollstrecker bestellt und übernimmt die Abwicklung.
1956 Am 04.06.1956 eröffnet Gertrude Neugart mit ihrem Mann das Hotel-Garni Ratskeller neu. Die Adresse lautet: Obere Str. 5.
1960 Etwa zu dieser Zeit befindet sich das Anwesen noch im Eigentum der Familie Tonolini.
1961 Am 14.06.1961 beantragt Hotelier Erwin Kaiser die Erlaubnis zum Ausschank von Bier, Wein, Branntwein und alkoholfreien Getränken, da er die Personal-Gastwirtschaft Hotel Ratskeller zum 01.06.1961 übernommen hat. Er führt das Haus als Hotel Garni und damit als Dependance zum Hotel Blume-Post. Es werden weder Speisen noch Getränke an Gäste verabreicht.
1968 Da Erwin Kaiser 1968 das Hotel Blume-Post verkauft und dieses abgerissen wird, wird auch die Dependance Ratskeller geschlossen.
In den kommenden Jahren wird das Anwesen Obere Str. 5, wie auch das Anwesen Münsterplatz 4 von der Firma Modehaus Haux als Verkaufs- und Lagerhaus genutzt.
Dies ist das Ende der gastronomischen Nutzung beider Häuser.
2012 Inzwischen sind das komplette Gebäude wie auch die am Marktplatz stehenden ehemaligen Haux-Modehäuser, im Eigentum der Drogeriemarktkette Müller Limited & Co. KG aus Ulm. Das Gebäude des ehemaligen Ratskeller steht leer.
2012 Mit besonderer Erlaubnis des Immobilienverwalters der Drogeriemarktkette Müller wurde es am 13.01.2012 Siegfried Preiser erlaubt, durch einen Gang der Modegeschäfte Ecke Obere-/Rietstraße in die Räumlichkeiten des ehemaligen Ratskeller zu gelangen, um einige Fotos zu machen.